Hallo,
prominenter geht die Invasion der USA nicht.
Wenn wenigstens als erstes Wasser von den anwesenden 1000 US-Soldaten verteilt
würde oder ein Seuchenschutz- bei den hohen Temperaturen besonders
lebenswichtig - eingerichtet würde, wäre ich nicht ganz so aufgebracht.
Ein Flugzeugträger, AWACS, neue Kriegsschiffe - alles zur militärisch
notwendigen Kontrolle rollt an.
In den ankommenden Fliegern befindet sich technisches Material. Wofür wohl ?
U.
|
|
|
|
|
|
17. Januar 2010, 12:22 Uhr
Wer
kann, der flieht: In Haiti nimmt die Gewalt auf den Straßen zu. Seit Tagen
hausen die Menschen in Port-au-Prince im Freien. Die USA haben die Koordination
der Hilfsmaßnahmen übernommen, mithilfe zweier Ex-Präsidenten. Jetzt landen
10.000 weitere Soldaten an – allein 5000 sollen für Sicherheit auf den Straßen
sorgen.

Bild
1 von 14
|
|
|
US-Präsident Barack Obama hat die ehemaligen
US-Präsidenten George W. Bush (l.) und Bill Clinton die Leitung der
Koordination der Hilfsmaßnahmen in Haiti übertragen. |
Die
schlimmste Furcht, die auf Haiti umgeht, ist die Angst vor Plünderungen und
„Hungerrevolten“. Darum rüsten die USA auf. Notfalls sollen Soldaten dafür
sorgen, dass es bei der Verteilung von Nahrungsmitteln und Wasser gerecht
zugeht.
Gemeinsam
mit seinen beiden Amtsvorgängern George W. Bush und Bill Clinton hat
US-Präsident Barack Obama seine Landsleute zu Spenden für Haiti aufgerufen. „In
diesen schwierigen Stunden steht Amerika zusammen“, sagte Obama nach einem
halbstündigen Gespräch mit Bush und Clinton im Weißen Haus in Washington. Die
ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton koordinieren die
Hilfe für Haiti.
Die
USA hätten eine der „größten Hilfsaktionen“ ihrer Geschichte für das
Erdbebengebiet in Haiti gestartet. „Unsere Herzen sind gebrochen“, sagte Bush
zu dem Elend in Haiti. Nun komme es darauf an, dass die Menschen
Hilfsbereitschaft zeigten. Clinton, der UN-Sonderbotschaft für Haiti ist,
betonte die längerfristigen Aufbauarbeiten in dem Land.
„Die
Überlebenden kämpfen um ihr Überleben“, teilte das Bündnis Entwicklung Hilft
mit. „Der Bedarf an Medikamenten, Lebensmitteln, sauberem Wasser ist riesig,
Hunderttausende Menschen sind komplett von internationaler Hilfe abhängig,
sagte Peter Mucke, Geschäftsführer des Zusammenschlusses von fünf deutschen
Hilfswerken.
In
Port-au-Prince kam es vereinzelt zu Plünderungen, berichteten lokale Medien.
Für die ausländischen Helfer bestehe allerdings bisher keine Gefahr, teilte
Tommy Ramm von der Diakonie Katastrophenhilfe aus Haiti mit: “Wir erleben keine
Feindseligkeiten in unserem Umfeld.
US-Verteidigungsminister
Robert Gates sprach von vereinzelten Plünderungen. „Der Schlüssel ist es,
Lebensmittel und Wasser so schnell wie möglich herbeizuschaffen, damit die
verzweifelten Menschen nicht zur Gewalt greifen.“ Generalstabschef Mike Mullen
kündigte für die nächsten Tage die Ankunft von 9000 bis 10.000 weiteren
Soldaten an – allein 5000 seien für „Sicherheitsbelange“ vorgesehen.
Mehr
als 50 Stunden unter Trümmern
Mindestens
1000 amerikanische Soldaten sorgen im Erdbebengebiet in Haiti bereits für
Ordnung. Der US-Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ liegt mit Elite-Einheiten an
Bord vor der Küste des Karibikstaats vor Anker, weitere US-Kriegsschiffe plus
ein Lazarettschiff sind auf dem Weg.
Auf
dem Internationalen Flughafen von Port-au-Prince haben Amerikaner die Kontrolle
übernommen, US-Hubschrauber fliegen über das Katastrophengebiet, und um die
Präsenz der USA richtig deutlich zu machen, reiste auch gleich Außenministerin
Hillary Clinton als erster hoher ausländischer Besuch an – die friedliche
Invasion der Weltmacht USA ist in vollem Gange.
Keine
Sekunde haben die Amerikaner gezögert, Präsident Barack Obama hat die Hilfe für
das Land im eigenen „Hinterhof“ zur Chefsache gemacht, hat die gigantische
Hilfsmaschinerie des Militärs angeschoben. Das Problem: Das Beben hat große
Teile der ohnehin desolaten Infrastruktur des Armenhauses Haiti in Schutt und
Asche gelegt. Kein Strom, kein Wasser, Hafen und Airport zerstört – bevor die
Hilfswelle voll anlaufen kann, müssen derartige „Flaschenhälse“ instand gesetzt
werden. Das liegt derzeit so gut wie vollständig in den Händen der Amerikaner.
Problem Flughafen: Zu den ersten ankommenden Maschinen zählten
fünf US-Militärflugzeuge. An Bord war technisches Material, um die notwendigste
Luftüberwachung zu gewährleisten, damit weitere Hilfsflüge mit Lebensmitteln,
Trinkwasser und Medikamenten überhaupt einfliegen können. Die haitianischen
Behörden übergaben auch die Hoheit über die Luftüberwachung an den „großen
Bruder“. AWACS-Aufklärungsflugzeuge überwachen den Himmel über der Karibik –
als „Fluglotsen“, um die Sicherheit des Luftverkehrs zu gewähren.
Noch
treffen die Hilfen eher spärlich ein. Flugzeuge werden angewiesen, reichlich
Kerosin an Bord zu haben – die Maschinen müssen wegen des verstopften Airports
oftmals über Stunden Warteschleifen fliegen. „Wir hoffen, dass wir bald eine
Kapazität von 90 Maschinen pro Tag haben“, sagt PJ Crowley, Sprecher des
Außenministeriums.
Problem Verkehr: Viele Straßen sind nicht zu passieren,
Hubschrauber mitunter die einzige Chance, schnelle Rettung zu bringen. So hat
der Flugzeugträger „Carl Vinson“ 19 Helikopter an Bord, die mit Hilfsflügen
begonnen haben. Oberste Priorität ist dabei die Versorgung mit Trinkwasser.
Die
USA scheinen zu einem längerfristigen Engagement bereit zu sein. „Wir sind
hier, um Euch zu helfen... Wir sind heute hier, wir werden morgen hier sein und
in der Zeit, die vor uns liegt“, sagte Clinton nach ihrem Gespräch mit Haitis
Präsident René Préval.
Eine
der Ängste, die in Washington umgeht, ist es, dass Not und Elend auf Haiti zu
einer längerfristigen politischen Destabilisierung führen könnten – mit
möglichen Flüchtlingsströmen in die USA als Folge.
Die
USA, die Anfang des 20. Jahrhunderts Kolonialmacht in Haiti waren, „haben wenig
andere Möglichkeiten, als sich langfristig stark zu engagieren„, sagt Michael
Shifter, Vizedirektor des Washingtoner Think Tanks „Inter-American Dialog“, der
Zeitung „Wall Street Journal“. Die Not nach dem Beben sei einfach zu groß. „Wir
werden in dieser schwierigen Zeit Hilfe leisten“, verspricht Obama.
US-Außenministerin
Hillary Clinton wies sie aufkeimende Kritik am Hilfseinsatz der US-Armee in dem
Karibikstaat zurück. Haiti und Frankreich hatten sich zuvor über die
schleppende Abfertigung der Hilfsgüter am beschädigten Flughafen von
Port-au-Prince beschwert.
Der
UN-Sicherheitsrat wird sich in den kommenden Tagen auf Initiative Mexikos in
einer Sondersitzung mit Haiti befassen. Ziel sei es, die Rolle der Vereinten
Nationen in Haiti zu stärken, teilte das mexikanische Außenministerium mit. Es
forderte eine „aktivere Rolle“ der UN bei der Bewältigung der humanitären Krise
in Haiti.
Zugleich
wird in der Dominikanischen Republik eine internationale Konferenz zum
Wiederaufbau Haitis beginnen. Neben Haitis Präsident René Preval werden
Vertreter der Europäischen Union, der USA und lateinamerikanischer Staaten
erwartet, teilte die Regierung in der Hauptstadt Santo Domingo mit.
Die
Vereinten Nationen bestätigten den Tod ihres Missions-Chefs in Haiti, Hedi
Annabi, sowie seines Stellvertreters Luiz Carlos da Costa. Die Leichen wurden
in den Trümmern des eingestürzten UN-Hauptsitzes in Port-au-Prince gefunden,
teilten die UN mit
Kurze
Geschichte der Interventionen auf Haiti:
Spiegel Online 16.01.2010
Haiti
und der Westen
Wie
die Katastrophe zur Chance werden kann
Von Carsten Volkery und Anna Reimann
Die Welt mobilisiert Hilfe für Haiti, doch die Geschichte zeigt: Interventionen
des Westens haben die Armut im Land bisher meist verschärft - durch fatale
Freihandelsdiktate und die Unterstützung fragwürdiger Herrscher. Experten
fordern jetzt eine Art Marshall-Plan, der endlich das Elend beendet. Lesenswert!-
der Webmaster:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,672036,00.html